Der Energieausweis & das Gebäudeenergiegesetz

Wohnfinanz24-News

Unter einem Energieausweis versteht man ein auf ein Gebäude bezogenes Dokument, durch das sich Rückschlüsse auf den Energieverbrauch bzw. Energieeffizienz eines Gebäudes ziehen lassen. Dieser schafft für Immobilienverkäufer und Mieter eine Vergleichsbasis und bietet Anreize zur energetischen Sanierung von Gebäuden. Eine Ausweispflicht besteht für Immobilienverkäufer und Neu-Vermieter, ebenso auch für umfassend sanierte Gebäude.

Ein Energieausweis wird benötigt, wenn eine Immobilie (Wohn-und Nichtwohngebäude) vermietet, verpachtet oder verkauft werden soll. Der Ausweis muss Miet- und Kaufinteressenten auf Verlangen vorgelegt werden. Wer dies unterlässt, riskiert ein Bußgeld. Selbstnutzende Eigentümer benötigen keinen Energieausweis, zumindest, solange nicht verkauft, vermietet oder verpachtet wird. Der Eigentümer kann dem Interessenten auf freiwilliger Basis eine Kopie des Energieausweises aushändigen.

Ein Wahlrecht zwischen verbrauchs- und bedarfsbasierten Energieausweis besteht bei:
-Gebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten
-Gebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten, die seit Fertigstellung oder durch nachträgliche Sanierung dem Standard der Wärmeschutzverordnung vom 01.08.1977 entsprechen sowie
-Nichtwohngebäuden

Ein Energieausweis auf Bedarfsbasis ist vorgeschrieben für:
-Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt worden ist
-Gebäude, die nicht nachträglich auf dem Standard der Wärmeschutzverordnung 1977 gebracht worden sind

Der Hauseigentümer ist dafür verantwortlich, dass die für die Erstellung des Energieausweises gelieferten Daten korrekt sind. Der Aussteller darf diese Daten jedoch nicht benutzen, wenn er berechtigte Zweifel an ihrer Richtigkeit hat. Beide Versionen des Energieausweises haben eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren. Nach energetischen Sanierungsmaßnahmen empfiehlt sich jedoch eine Neuausstellung, um die vorteilhafte Werte korrekt abzubilden und sie in der Vermarktung der Immobilie nutzen zu können. Bei bestimmten Änderungen am Gebäude (z.B. Austausch der Fenster) ist eine Neuausstellung vorgeschrieben.

Als Ordnungswidrigkeit gilt, wenn:
-der Energieausweis vorsätzlich oder leichtfertig Miet- oder Kaufinteressenten nicht unverzüglich auf Anfrage vorgelegt wird,
-der Hauseigentümer dem Aussteller des Ausweises vorsätzlich oder leichtfertig falsche Daten zur Verfügung stellt,
-dieser ohne Prüfung unplausible Daten einfach übernimmt oder
-Energieausweise oder Modernisierungsempfehlungen ohne Berechtigung ausgestellt werden.

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Diese Änderungen zum Energieausweis gibt es im GEG 2020
Einige Vorgaben zum Energieausweis wurden im Gebäudeenergiegesetzergänzt und verschärft. Die Änderungen im Überblick:


Die Pflicht, bei der Vermietung oder beim Verkauf eines Hauses einen Energieausweis vorzulegen, sowie die entsprechenden Pflichtangaben in Immobilienanzeigen gelten nun auch für Immobilienmakler.
Aussteller von Verbrauchsausweisen müssen bestehende Gebäude vor Ort oder anhand geeigneter Fotos bewerten, um passende Maßnahmen zur Modernisierung zu empfehlen. So soll die Qualität der Modernisierungsempfehlungen verbessert werden.
Die CO2-Emissionen müssen jetzt im Energieausweis aufgeführt werden.
Wenn Eigentümer Daten für den Energieausweis bereitstellen, sind sie für die Richtigkeit der Angaben verantwortlich.
Energieausweis-Aussteller müssen die bereitgestellten Daten sorgfältig prüfen und dürfen diese nur verwenden, wenn kein Zweifel an der Richtigkeit besteht.
Der Stand der Sanierung muss detailliert angegeben werden, ebenso inspektionspflichtige Klimaanlagen mit dem Fälligkeitsdatum der nächsten Inspektion.

 

 

Mehr Infos findet Ihr hier: Gebäudeenergiegesetz (GEG): Das hat sich bei Energieausweisen geändert

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