Heißer Sommer 2022: Mieter dürfen von Vermietern keinen Hitzeschutz fordern.

Wohnfinanz24-News

 

Bei steigenden Außentemperaturen wird es jetzt auch in vielen Innenräumen wieder heiß. Mancher Mieter kürzt dann schnell die Miete und beruft sich dabei noch auf Informationen aus dem Internet. Andere fordern vom Vermieter den Einbau von Markisen oder einer Klimaanlage. Mieter sind oft der Ansicht, ab einer Innentemperatur von 26 °C sei eine Mietminderung gerechtfertigt. Das ist aber ein Irrtum. 

 


Keine Maximaltemperaturen für Mieträume vorgeschrieben:
Dieser Wert stammt aus der Arbeitsstättenverordnung. Diese schreibt Arbeitgebern vor, ab einer Raumtemperatur über 26 °C Schutzvorrichtungen gegen Sonneneinstrahlung vorzusehen. Ab 30 °C gelten zusätzliche Anforderungen zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz. Die Vorschrift ist aber auf Mietverhältnisse nicht anwendbar (OLG Karlsruhe, Urteil v. 17.12.09, Az. 9 U 42/09) - und zwar selbst dann nicht, wenn Sie Gewerberäume an einen Arbeitgeber vermieten (LG Duisburg, Urteil v. 18.03.08, Az. 4 O 441/03).

Steigt die Temperatur in den Mieträumen im Sommer über 26 °C oder gar über 30 °C, stellt dies also keineswegs einen Mietmangel dar, gerade wenn auch die Außentemperaturen immer höher klettern. Sie sind als Vermieter für die allgemeine Klimaerwärmung nicht verantwortlich (OLG Düsseldorf, Urteil v. 21.09.21, Az. 24 U 155/20). Vielmehr stellen die steigenden Temperaturen ein allgemeines Lebensrisiko dar, das Ihr Mieter, wie jeder andere Mensch auch, grundsätzlich selbst tragen muss. 

 

Baurechtsnormen sind einzuhalten
Nur ausnahmsweise darf Ihr Mieter in besonderen Fällen wegen übermäßiger Hitze die Miete kürzen, nämlich wenn:
- Sie eine Klimatisierung der Räume oder eine maximale Raumtemperatur mit dem Mieter vereinbart haben oder
- die Mieträume nicht den baurechtlich vorgeschriebenen Wärmeschutz aufweisen, der zur Bauzeit galt, und sich aufgrund dessen extrem aufheizen. 

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