Vorsicht vor Legionellen: Keine Energieeinsparung bei der Warmwassertemperatur!

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Vorsicht vor Legionellen: Keine Energieeinsparung bei der Warmwassertemperatur!

Angesichts der explodierenden Energiepreise sucht derzeit fast jeder nach Möglichkeiten zur Energieeinsparung. Doch Vorsicht: Nicht jeder Tipp, der im Internet kursiert, ist sinnvoll. Das Reduzieren der Warmwassertemperatur steigert die Gefahr einer Legionellenverunreinigung und stellt für Sie als Vermieter keine Option dar.


Lergionellen sind Bakterien, die in geringen Konzentrationen in jedem Wasser vorkommen. Bei Wassertemperaturen zwischen 25°C und 50°C können sie sich jedoch optimal vermehren. Erst bei 60 °Csterben sie ab. Besonders gefährlich wird es, wenn warmer, legionellenhaltiger Wasserdampf eingeatmet wird, etwa beim Duschen. Denn dadurch können Legionellen in die tieferen Lungenabschnitte gelangen und dort die Legionärskrankheit auslösen, eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die bei älteren Menschen und Kleinkindern potenziell tödlich ist. 


Mindesttemperatur im Wasserspeicher: 60°C


Um Gesundheitsgefahren auszuschließen, muss die Temperatur am Ausgang des Warmwasserspeichers daher immer mindestens 60°C betragen. Im gesamten Leitungssystem bis zu den Wasserentnahmestellen ist eine Mindesttemperatur von 55°C einzuhalten, jedenfalls bei Großanlagen (§17 Trinkwasserverordnung (TrinkwV) i. V. m. den anerkannten Regeln der Technik).


Über eine Trinkwasser-Großanlage verfügen Sie bereits, wenn folgende Voraussetzungen einzeln oder gemeinsam erfüllt sind (§3 Ziff. 12 TrinkwV):


-400 Liter Warmwasserspeicher
-3 Liter Inhalt zwischen Warmwasserspeicher und der am weitesten entfernten Entnahmestelle


Trinkwasser-Großanlagen müssen Sie regelmäßig, meist alle 3 Jahre, auf Legionellenbefall überprüfen lassen. 
 
Ihr Vorteil:Die Kosten der turnusmäßigen Legionellenprüfung zählen zu den Betriebskosten und sind bei entsprechender Vereinbarung vom Mieter zu zahlen (AG Münster, Urteil v. 23.06.21, Az. 7 C 3079/19).


Zirkulation regelmäßig betreiben 
Verfügt Ihr Gebäude über eine Warmwasserzirkulation, bietet sich oft bei der Zirkulationspumpe noch ein gewisses Stromsparpotenzial. So kann die Pumpe in Intervallen betrieben oder etwa nachts abgeschaltet werden. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich hierzu das Einverständnis Ihrer Mieter geben lassen.


Bitte beachten Sie: Ohne Zirkulation kühlt das Wasser in den Leitungen nach und nach ab und Legionellen können sich wieder ausbreiten. Die Laufzeit der Pumpe sollten Sie daher nie für länger als 8 Stunden unterbrechen. 

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